
Kulturverein Temnitztal e.V. beim Waldspaziergang mit Förster Linke (27.09.2026) Von links nach rechts: J. Küchler, D. Bohlmann, A. Koch, Förster Linke, Vorsitzende B. Jaeger, Ulla Küchler, H. Marthe, Jochen Istford und M. Bohlmann.
Temnitztal, 27. September 2026 – Wie steht es um unseren Wald, welche Herausforderungen bringt der Klimawandel mit sich und wie schützen wir die Bäume von morgen? Diesen und vielen weiteren Fragen gingen die Mitglieder des Kulturvereins Temnitztal bei einer gemeinsamen Waldbegehung nach. Unter der fachkundigen Leitung von Förster Linke erkundete die Gruppe die Entwicklung ihrer örtlichen Aufforstungsflächen – mit erfreulichen Erkenntnissen, aber auch deutlichen Appellen.
Ein Paradestück der Natur: Erstaufforstung wächst prächtig – Der Rundgang startete an einem besonderen Ort: der Erstaufforstung aus den Jahren 2013/2014. Was vor gut zwölf Jahren auf nährstoffreichem Boden begann, hat sich zu einem echten Vorzeigeprojekt entwickelt. Förster Linke sparte nicht mit Lob und bezeichnete das Areal als die wertvollste und gelungenste Fläche im gesamten Revier, die eine außergewöhnliche natürliche Regenerationskraft zeigt.
Besonders stolz kann der Verein auf den gestaffelten Waldrand sein. Dieser dynamische Saum sieht nicht nur schön aus, sondern erfüllt eine überlebenswichtige Funktion: Er dient als natürlicher Schutzschild gegen Sturmböen aus Richtung Westen. Ein Zurückschneiden ist hier ausdrücklich nicht nötig – die Natur darf und soll sich ganz nach ihren eigenen Gesetzen entfalten.
Sorge um die Jungbäume: Wildschutz hat oberste Priorität – Doch wo viel junges Grün wächst, lassen auch die Sorgen nicht lange auf sich warten. Ein drängendes Thema der Begehung war der Schutz der jungen Bäume vor Wildverbiss. Beschädigungen durch Landmaschinen und das wiederholte Öffnen des Schutzzauns durch unbekannte bringen die empfindlichen Nachwuchsbäume in akute Gefahr. Feg-, Schäl- und Verbiss-Schäden drohen die Erfolge der letzten Jahre zunichtezumachen.
Hier gilt ab sofort eine klare Linie: Der Zaun muss in den kommenden fünf Jahren lückenlos geschlossen bleiben und wird fortan monatlich kontrolliert. Der Kulturverein ist dazu bereit rechtliche Schritte einzuleiten, um das Problem zu lösen, um die zwingende Notwendigkeit eines intakten Wildschutzzaun zu gewährleisten.
Erweiterung und Grenzverlauf (Flurstück 112) – Abschließend wurde die Orientierung im Gelände bezüglich der Flächenerweiterung besprochen:
- Neues Flurstück 112: Die Förderung dieses Flurstücks erfolgte durch die Stiftung NaturschutzFonds Brandenburg. Das neu hinzugekommene Flurstück (auf der Karte blau markiert) lässt sich vor Ort anhand markanter Bäume gut abgrenzen.
- Wegerecht und Einzäunung: Die Aufforstungsfläche liegt an einem separat verlaufenden Wegeflurstück, das nicht überbaut werden darf. Um den Weg freizuhalten und gleichzeitig die Erreichbarkeit und Bearbeitbarkeit der Flächen von beiden Seiten zu sichern, muss ein zweiter Zaun gezogen werden.

- Blick nach vorn: Pflege, Klima und Bildung
- Für die Zukunft stehen weitere Pflegearbeiten an: In den nächsten fünf Jahren wird Förster Linke sogenannte „Zukunftsstämme“ markieren und freistellen, um wertvolles Holz gezielt zu fördern. Dass der Wald im FFH- und SPA-Schutzgebiet (Natura 2000) und das neue Flurstück direkt an der Temnitz liegt, bringt zwar Herausforderungen mit sich, unterstreicht aber gleichzeitig den hohen ökologischen Wert der Flächen.
Beim anschließenden Ausklang im Vereinshaus wurde nicht nur herzlich danke gesagt für die jahrelange Unterstützung seitens des Försters, sondern auch engagiert über den Tellerrand geschaut:
- Ökologie im Detail: Füchse sind im Wald hochwillkommen – als fleißige Mäusejäger schützen sie die Wurzeln der Jungbäume ganz ohne Chemie.
- Klimawandel im Blick: Förster Linke betonte, wie wichtig die richtige Herkunft (Provenienz) des Pflanzguts ist, um dem Klimawandel zu trotzen. Auch wenn eine regionale Klima-Initiative noch fehlt, geht der Kulturverein mit seiner Aufforstung bereits mit bestem Beispiel voran. Auch Konzepte wie der „Tiny Forest“ in Rohrlack bekommen volle Rückendeckung – ganz nach dem Motto: „Jeder Baum zählt!“
- Waldwissen für die Kleinsten: Gute Nachrichten gibt es auch für den Nachwuchs. Die Idee einer speziellen Kinder-Waldführung mit Förster Linke stieß auf große Begeisterung. Die Anfrage wird nun an den Naturkindergarten und die Naturschule weitergeleitet.
Ein rundum gelungener Tag, der einmal mehr gezeigt hat: Der Schutz unserer Natur ist eine Gemeinschaftsaufgabe – und der Kulturverein Temnitztal e.V. packt sie mit viel Herzblut an!



