Sieben Akteure aus Wildberg/Temnitztal waren dabei, als der Landkreis Ostprignitz-Ruppin am 19. September 2026 zum sechsten Kreisdorftag nach Königshorst einlud. Am Ende des Tages stand fest: Der TuS Wildberg 90 e. V. belegt im Kreiswettbewerb „Unser Dorf lebt durch uns!” den dritten Platz in Kategorie II und nimmt 1.000 Euro Preisgeld mit nach Hause. Alle weiteren Teilnehmer aus unserer Gemeidne wurden mit Anerkennungspreisen bedacht.
Was ist der Kreisdorftag?
Der Kreisdorftag ist eine Veranstaltung des Landkreises für alle, die das Leben in ihren Dörfern aktiv mitgestalten. Seit 2021 findet er jedes Jahr in einem anderen Ort statt, zuerst in Holzhausen, danach in Barsikow, Sewekow, Drewen und Keller. Die Idee dahinter: bei den Nachbarn vorbeischauen, sehen, wie andere Dörfer ihre Projekte anpacken, sich austauschen und inspirieren lassen. Zum Abschluss werden jeweils die Ergebnisse des Wettbewerbs „Unser Dorf lebt durch uns!” bekanntgegeben.

Mit diesem Wettbewerb würdigt der Landkreis seit 2017 das ehrenamtliche Engagement in den Dörfern. Bewerben können sich Vereine und Interessengruppen, die das Dorfleben gestalten, den Zusammenhalt stärken oder sich um Ortsbild und Umgebung kümmern. In diesem Jahr, der zehnten Runde, gingen 78 Bewerbungen ein. Bewertet wurde die Arbeit des Jahres 2025 in zwei Kategorien: Kategorie I für Dach- und Heimatvereine, die viele Themenfelder abdecken, Kategorie II für Gruppen mit einem Schwerpunkt, etwa Sport-, Senioren- oder Fördervereine.
Königshorst stellt sich vor
Gastgeber waren „Die Horschter e. V.”, der Ortsteil Königshorst mit seinen Gemeindeteilen Lobeofsund, Fredenhorst, Mangelshorst, Nordhof, Seelenhorst und Sandhorst, die Gemeinde Fehrbellin und der Landkreis. Was die Horschter an diesem Tag auf die Beine gestellt haben, war beeindruckend.

Nach der Begrüßung im Gemeindezentrum ging es in drei Gruppen auf Tour. Beim Dorfrundgang durch Königshorst staunte man, was ein Ort dieser Größe alles bewegt, mit Einblicken in die Kita und die ehemalige Schule. Die Busfahrt durch Sandhorst, Nordhof, Lobeofsund, Fredenhorst und Mangelshorst machte anschaulich, über welche Fläche diese Dorfgemeinschaft funktioniert, mit Erläuterungen zu jedem Ort und Ausstieg an markanten Punkten.

In der Kirche führte ein Königshorster, der sich seit Jahren um Kirche und Friedhof kümmert, durch Geschichte und Besonderheiten des Gebäudes, das anders als die meisten Dorfkirchen nicht in der klassischen Ost-West-Ausrichtung steht. Sehenswert ist, wie liebevoll die Kirche restauriert wurde, und hörenswert die ebenfalls restaurierte Orgel, auf der nicht nur Klassisches, sondern auch moderne Stücke erklangen. Der Friedhof ist für einen so kleinen Ort erstaunlich groß und gepflegt. Weil der Platz reicht, bleiben viele Grabsteine auch nach Ablauf der üblichen Ruhezeit stehen, als Andenken an die Menschen, die hier gelebt haben. Und dann wartete noch eine Überraschung: Der höchste Punkt von Königshorst liegt hier, auf einem Hügel am Rand des Friedhofs. Wie er erzählte, verbirgt sich darunter ein alter, längst verschütteter Eiskeller. Heute befindet sich auf dem Hügel eine kleine Kriegsgräberstätte, unter anderem mit einem Grab für vier unbekannte deutsche Soldaten aus dem Jahr 1945.
Am Nachmittag traf man sich auf dem Festgelände wieder. Im Festzelt gab es Kuchen, ein warmes Essen und Getränke, die Kindertanzgruppe trat auf, und es blieb Zeit für Gespräche mit Engagierten aus dem ganzen Landkreis.

Dass das alles so reibungslos lief, kam nicht von ungefähr. Königshorst hat über die Jahre eine beachtliche Routine im Feiern und Organisieren entwickelt, erst eine Woche zuvor stand das Oktoberfest im selben Zelt. Man spürt, dass sich die Menschen hier als eine Gemeinschaft verstehen und gemeinsam anpacken. Davor kann man nur den Hut ziehen.
Temnitztal stark vertreten, die Wirkung reicht weit darüber hinaus
Aus der Gemeinde Temnitztal hatten sich in diesem Jahr gleich sieben Akteure beworben:
- TuS Wildberg 90 e. V.
- Schulförderverein „Temnitz-Kids” e. V.
- Senioren- und Freizeit-Club Wildberg e. V.
- Sam’s Steinescheune
- Team Wildberg
- Projekt Temnitztal.de
- Anke Illig, die unter anderem den Dorfputz, Flohmärkte und weitere Aktionen im Ort organisiert
Alle sieben haben ihren Sitz in Wildberg, doch ihre Mitglieder und Angebote sind längst nicht auf den Ort beschränkt. Im TuS Wildberg treiben Menschen aus der ganzen Gemeinde und von außerhalb Sport. Der Schulförderverein Temnitz-Kids unterstützt alle Kinder, die in Wildberg zur Schule gehen, also nicht nur aus Kerzlin, Küdow-Lüchfeld, Rohrlack, Vichel, Garz und Wildberg, sondern zum Beispiel auch aus Dabergotz, Werder und Gottberg. Sam’s Steinescheune zieht Besucher weit über die Gemeindegrenzen hinaus an. Was in Wildberg beginnt, kommt also einer ganzen Region zugute.
Nicht alle Wildberger Engagierten konnten übrigens mit nach Königshorst fahren: Am selben Tag feierte der Motorsportclub Wildberg & Umgebung M.C.W.U. auf dem Marktplatz seinen Saisonabschluss. Da viele Aktive in mehreren Vereinen mitwirken, musste sich so mancher entscheiden. Auch das zeigt, wie viel in Wildberg an einem einzigen Wochenende los sein kann.
Nicht zum ersten Mal dabei
Temnitztaler Vereine sind im Wettbewerb keine Unbekannten. Bereits 2021 belegte der Kulturverein Temnitztal e. V. aus Rohrlack und Vichel den vierten Platz in Kategorie I und steckte die 1.000 Euro Preisgeld in sein Vereinshaus. Auch in den Folgejahren waren immer wieder Akteure aus der Gemeinde dabei, unter anderem der Wildberger Anglerverein e. V. Dass sich in diesem Jahr gleich sieben Akteure aus Wildberg beworben haben, ist aber neu und zeigt, wie viel sich im Ort in den letzten Jahren bewegt hat.

Die Ergebnisse
Bei der Preisverleihung am späten Nachmittag gab es für den TuS Wildberg 90 e. V. den dritten Platz in Kategorie II und damit 1.000 Euro Preisgeld für die weitere Vereinsarbeit. Die Freude bei den Sportlern war groß.
Alle weiteren Wildberger Teilnehmer erhielten Anerkennungspreise, die ebenfalls mit einer finanziellen Unterstützung verbunden sind. Darüber freuen sich alle Beteiligten sehr, denn jeder Euro fließt direkt in die weitere Arbeit vor Ort. Und auch wenn nicht jeder auf dem Podium landete: Die Anerkennung durch den Landkreis und vor allem der Austausch mit anderen Engagierten haben den Tag für alle zu einem Gewinn gemacht.
Wir gratulieren dem TuS Wildberg und allen Teilnehmern herzlich. Ein ganz großes Dankeschön geht an die Horschter und alle Helfer in Königshorst für diesen rundum gelungenen Tag, die herzliche Gastfreundschaft und ein Programm, das Maßstäbe setzt. Wo der Kreisdorftag 2027 stattfindet, steht noch nicht fest. Wildberg wird sicher wieder dabei sein.



